Bei einem Austausch im Campus Handwerk OWL in Bielefeld haben ich mit Handwerkskammerpräsident Peter Eul und Hauptgeschäftsführer Dr. Jens Prager über Staatsmodernisierung, Bürokratieabbau, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Handwerk gesprochen. Aus Sicht der Kammer brauchen die Betriebe einen Staat, der schneller entscheidet, digitaler arbeitet und die Perspektive handwerklicher Unternehmen stärker berücksichtigt.
„Für unsere Betriebe ist entscheidend, dass Staatsmodernisierung im Alltag ankommt, mit weniger Berichtspflichten, schnelleren Genehmigungen und mehr Vertrauen in die Arbeit der Betriebe. Wichtig ist, dass Bürokratieabbau nicht nur angekündigt wird, sondern Verfahren auch wirklich spürbar vereinfacht und beschleunigt werden“, erklärte Peter Eul.
Mit meinem Papier „100 Vorschläge für einen Neustaat“, welches ich im im November 2024 veröffentlicht habe, gehe ich genau auf diese Forderungen ein. Einige dieser Vorschläge sind inzwischen in die Regierungsarbeit eingeflossen. Im Mittelpunkt stehen messbarer Bürokratieabbau, praxisnähere Gesetzgebung, digitale Prozesse und schnellere Verfahren.
Ein Kurs, den die HWK OWL positiv bewertet und der mit dem Bau-Turbo und der Reform der Landesbauordnung inzwischen auch in Nordrhein-Westfalen angekommen ist. Gerade für Bau-, Ausbau- und anlagentechnische Gewerke ließen sich so Investitionen, Umbauten und Aufträge verlässlicher und zügiger umsetzen.
Beim Thema Digitalisierung interessierte ich mich insbesondere dafür, wie das Handwerk beim Einsatz von KI aufgestellt ist. Dr. Jens Prager erklärte, wie digitale Lösungen und KI im Betriebsalltag einen konkreten Mehrwert schaffen – etwa bei der Baustellendokumentation, in der automatisierten Materiallogistik oder in durchgängigen Prozessen von der Auftragsannahme bis zur Rechnung.
„Digitalisierung und KI müssen für Handwerksbetriebe praktisch funktionieren und wirtschaftlich sinnvoll sein. Wo Anwendungen Abläufe vereinfachen, Material schneller auf die Baustelle bringen oder Dokumentation und Auftragsabwicklung beschleunigen, sind sie schon heute echte Hilfen“, so Jens Prager.
Für das Handwerk in der Region hängen Staatsmodernisierung und Digitalisierung deshalb eng zusammen. Weniger Bürokratie, schnellere Verwaltungsverfahren und praxistaugliche digitale Lösungen entlasten einzelne Betriebe und stärken die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Handwerks.